Altar und Ambo wurden 1976 durch den Bonner Architekten Peter Martini in sehr schlichter Form neu entworfen und vom Siegburger Benediktinerabt Dr. Placidus Mittler am 6. November 1976 konsekriert. 1983 wurde der Altar von dem Bildhauer Hans Rams aus Niederbreitbach/Wied bildhauerisch überarbeitet. Der Altar – Symbol Christi – war, ist und bleibt die Mitte. Maßgeblich für die sanfte Umgestaltung der Innenkirche war der damalige Pfarrer Monsignore Josef Schlemmer. Der Altarstipes (Unterbau) ist ein großer Tuffsteinblock, der die allseitig überstehende Tuffsteintisch platte trägt. In der Vorderseite ist das Motiv einer Quelle eingetieft, deren kräftiger Strahl herabströmt und den Stipes im unteren Bereich umfließt. Er ist bildhauerisch mit dem Motiv „Quell lebendigen Wassers“ versehen.
Der Tabernakel erhielt den ihm angemessenen Platz unter dem Kreuz. So wurde die Einheit zwischen Kreuz, Altar und Tabernakel hergestellt. Die Bronzetüre des Tabernakels, Entwurf Kruthoff/Gelsenkirchen, symbolisiert mit Dornen und leuchtenden emaillierten Flammen den brennenden Dornbusch. […]
An der Chorwand hängt eine mächtige hölzerne Kreuzigungsgruppe. Der Corpus ist 2,38 m hoch (Otto Schörghofer, Siegburg 1941) und von starker Körperlichkeit, die durch einen glänzenden Firnis noch gesteigert wird. Das Kreuz ist 2,5 Zentner schwer. Die Assistenzfiguren Maria und Johannes wurden von Karl Strombach aus Menden 1956 hinzugefügt. […] Otto Schörghofer schuf 1939 die Skulptur des hl. Josef am rechten Seitenaltar, die gestalterisch entsprechende Marienfigur auf dem linken Seitenaltar wurde 1955 aufgestellt. Einige der im Langhaus aufgestellten Figuren sind ebenfalls Werke von Otto Schörghofer, die Skulpturen des Barock und Rokoko stammen aus dem Missionspriesterseminar St. Augustin. Die geschnitzten Kreuzwegstationen in den Nischen wurden zwischen 1943 und 1949 von Karl Strombach, Menden, gearbeitet. –Diese wurden 2024 jedoch durch schlichte Holzkreuze aus übergeordneten Gründen ersetzt (Die Infos zum abgehängten Kreuzweg sind in der Kirche ausgehängt.)-. Die Fenster stammen überwiegend aus der Erbauungszeit. Die kleinen Rundfenster der seitlichen Nischen, das Fenster der Marienkapelle am Portal und die Fenster in der Sakristei und im Chornebenraum mit schichtgeometrischen, ansprechenden Verglasungen gefüllt sowie in den Nischenfenstern ornamentiert. Die Obergadenfenster beruhen auf Entwürfen von Rudolf Krumkamp aus Essen; auf der linken Seite befinden sich die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes (1938), auf der rechten Seite Bildnisse des glorreichen Rosenkranzes (erst 1953 eingesetzt). Vier Fenster auf der linken Seite wurden 1942 durch Bomben zerstört und bei der Fa. Derix dann neu beschafft, während die übrigen Fenster der rechten Seite von der Firma Mulders aus Kevelaer stammen. Die beiden runden Chorfenster mit lichteren Pastelltönen wurden 1959 eingesetzt. Eindrucksvoll ist schließlich auch das Fenster der großen Rosette im Turm. Die Orgel nimmt mit dem seitlich aufgestellten Prospekt Rücksicht auf das Fenster. Sie ist ein 1962 eingeweihtes Instrument der Firma Anton Feith in Paderborn. […]
Passend zu der Behinderteneingangstüre wurde 1988 ein neues Hauptportal von Rams geschaffen, das im Mittelbild den auferstandenen Christus zeigt, zu dem die Menschen der Gemeinde von unten her strömen und durch ihn zur Gemeinschaft der Heiligen gelangen. Wenn wir die Kirche verlassen, fällt unser Blick auf die Innenseite des Portals, wo die seit dem Mittelalter so bezeichneten vierzehn geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit künstlerisch dargestellt sind. Ferner wurde 1995 in den Eingangsbereich des Gotteshauses von Rams eine Bronzestele aufgesteIlt, die Maria mit ihrer Cousine Elisabeth zeigt und von unten nach oben das „Magnificat“, den Lobpreis Mariens, zu lesen ist. […]
Auszüge aus: 75 Jahre Kirche St. Mariä Heimsuchung Sankt Augustin-Mülldorf 1938-2013, hrsg. Von Hans Lahr