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2026-Wallfahrt 2026-Wallfahrt

Wallfahrten in Sankt Augustin

In unserem Seelsorgebereich finden regelmäßig zwei Wallfahrten statt. Die Rad- und Fußwallfahrt nach Bödingen und die Fußwallfahrt zur Verehrung des Kostbaren Blutes von Menden zum Kalvarienberg in Ahrweiler, die zu den ältesten, immer noch praktizierten religiösen Traditionen in Sankt Augustin gehört.

Die Traditionswallfahrt findet in der Regel im Mai/Juni statt. Sie beginnt mit einer Pilgermesse um 6.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Augustinus Menden und endet abends nach der Rückkehr dort mit einem sakramentalen Segen. Die Tagesstrecke von etwa 30 Kilometer –der Weg durch Bonn wird per Bus zurückgelegt – ist von drei Pausen unterbrochen. In Ahrweiler angekommen, geht die Pilgergruppe schweigend den Kreuzweg entlang hinauf zur Klosterkirche. In der Kapelle der Klosterkirche erfolgt die Verehrung der Reliquie des Kostbaren Blutes. Ein Bus bringt die Pilger anschließend zurück nach Sankt Augustin-Menden. Während der Wallfahrt wird das Gepäck der Pilger mit einem Kleinbus transportiert, welcher bei Bedarf Pilgerinnen und Pilger aufnehmen kann.

Nicht nur die Pilgermesse und der sakramentale Segen, die Kreuzwegmeditation hinauf zum Kalvarienberg und die Verehrung des Kostbaren Blutes, unterscheiden die Fußwallfahrt von einer Wanderung. Unterwegs wird auch immer wieder gebetet: vornehmlich Rosenkränze, aber auch an das jeweilige Jahresthema angepasste Gebete und meditative Texte und Gesänge aus dem Pilgerbuch. In den Gebetspausen ist Zeit für Austausch und Gespräche. Gerade das gemeinsame Beten und Singen, das gemeinsame Essen in den Pausen, aber auch die vielfältigen Gespräche unterwegs mit Menschen, die man vielleicht zuvor noch nicht kannte, stärken das Gemeinschaftsgefühl. Dieser Pilgergang ist ein besonderes Religions- und Gemeinschaftserlebnis zugleich.

Pilgern ist eine bewusste Unterbrechung des Alltags. Ob aus religiöser Motivation oder als spirituelle Auszeit – im Mittelpunkt steht nicht das Erreichen des Ziels, sportliche Leistung oder Entspannung, sondern das Gehen selbst. 

Das meditative Gehen in der Natur befreit den Geist, und das Überwinden körperlicher Grenzen stärkt zudem das Selbstwertgefühl. Der Weg ist das Ziel.

Es geht darum, den Alltag hinter sich zu lassen, zur Ruhe zu kommen, über das eigene Leben nachzudenken und in Gebeten Ausdruck zu verleihen.

Und dort, wo Menschen eine Wahlgemeinschaft auf Zeit bilden, sich gegenseitig unterstützen, sich Mut machen, ihr Essen teilen (oder ihre Blasenpflaster), wird der Geist des Pilgerns lebendig.

Ob gläubig, zweifelnd oder auf der Suche, findet jeder Pilger auf seinem Weg Impulse für das eigene Leben.

Es gibt teilweise aus dem Mittelalter stammende Nachrichten von Wallfahrten aus der Mendener Pfarre zum Heiligen Anno auf dem Siegburger Michaelsberg, zur schmerzhaften Mutter in Bödingen oder zum Heiligen Maternus in Köln-Rodenkirchen. Die älteste, sicher verbürgte Nachricht über die Wallfahrt nach Ahrweiler stammt aus einem Polizeibericht vom Juli 1875, in dem der Mendener Polizeidiener Kurscheid berichtet, dass er schon 22 Jahre in Zivil an dieser Wallfahrt teilnehme und der damalige Vorbeter Heinrich Böttner aus Obermenden bereits seit über 30 Jahren. Aus den Akten der Bürgermeisterei Menden geht hervor, dass 1831 in der Pfarrei Menden eine Matthiasbruderschaft bestand, die sich gerade zur Zeit der Heuernte, wenn ohnehin alle arbeitsfähigen Hände in der Landwirtschaft gebraucht wurden, auf einen mehrtägigen Pilgerweg nach Trier begab. Vermutlich hat sich aus dieser Fernwallfahrt die Kurzwallfahrt zu dem auf dem Pilgerweg nach Trier liegenden und schneller erreichbaren Ahrweiler ergeben. Die mündliche Überlieferung gibt das Jahr 1832 für den Beginn dieser Fußwallfahrt an.

Irene Dahlhausen

Telefon:02241 314319
Wallfahrt-Ahrweiler-Gruppenbild-2018

Die Informationen dazu befinden sich in Vorbereitung.