Antoniuskapelle


Eine besondere Bedeutung für den Ortsteil Niederpleis hat der heilige Antonius von Padua: Als 1707 die Pest im Ort wütete, wandten sich die damaligen Bewohner an Antonius mit der Bitte, die Seuche abzuwenden. Sie gelobten, den Festtag des Antonius am 13. Juni in besonderer Weise mit Gebet und Prozession zu begehen. Die Pest erlosch und auch heute noch werden am Antoniustag, in Erfüllung dieses Gelübdes, Betstunden und eine Festmesse mit anschließender Antoniusprozession an der Antoniuskapelle gehalten.

Seit Palmsonntag 2000 wird die Palmweihe an der Kapelle begangen. Daran schließt sich die Palmprozession zur Pfarrkirche an.

Das „Pestkreuz” wurde im Jahr 1707 errichtet und stand ursprünglich an der Ecke Hauptstraße/ Pleistalstraße. Es wurde 1936 durch einen Autounfall zerstört. Das Relief des heiligen Antonius blieb erhalten und wurde in die Wand des Hauses True (Ecke Pleistalstraße, gegenüber „Honny”) eingesetzt. An der Stelle des zerstörten Pestkreuzes errichtete man 1937 ein neues Antoniuskreuz.

Hier fanden am Fest des Heiligen die im Gelübde versprochenen Andachten statt. Als die alte Antoniuskapelle dem Straßenbau weichen musste, verlagerte man die Andachten zu der 1966 neu erbauten Kapelle Ecke Bönnscher Weg/Antoniusstraße.

Der Kreuzaufsatz des alten Pestkreuzes mit Korpus und Totenkopf ist in die Innenseite der heutigen Antoniuskapelle eingemauert. Die Figur des Hl. Antonius stammt aus der Barockzeit. Ein Niederpleiser Bürger erstand diese Statue im Jahr 1803, als der Besitz des Klosters Heisterbach im Rahmen der Säkularisierung versteigert wurde.

Die Inschrift auf dem Sockel des Kreuzes erinnert an die damaligen Geschehnisse:

"Kreuz u. Leid der Wanderer
ist der Weg zum Himmel
und kein anderer.1707 als diese
Gemeinde die Pest anfiel,
wurde aber gleich wieder
vertrieben, als man zum
Gekreuzigten Zuflucht nahm.
der Heilige Antonius, wie
bekannt, reichte uns seine
wunderbare Hand, darum
wurde dieser zu unserem
Schutzpatron erwählt, damit
seine Hülfe uns nimmer fehlt.

Erneuert im Jahre 1937."

Zum 300-jährigen Jubiläum wurde das Pestkreuz renoviert und mit einer kleinen Antoniusstatue ausgestattet.

Fotos Antoniusfest 2013

Antonius bringt auch 2013 kleine und große, offizielle und ganz normale Niederpleiser in Bewegung

Vielleicht liegt es auch an den beliebten Antoniusbrötchen, die nur an diesem Morgen gebacken werden und zu bekommen sind: am 13.6.2013, gut 306 Jahre nach dem Gelübde des Ortsteiles an den beliebten Volksheiligen, hätten sie jedenfalls kaum gereicht, SchülerInnen der Grundschulen Freie Buschstraße und Pleiser Wald versammelten sich mit anderen Niederpleisern am frühen Morgen in der HimmelsZeltkapelle vor der Antoniuskapelle (Antonius war wie auf einem Bild zu sehen auch vor seine Tür gekommen) zur Andacht, anschließend gab es eine Prozession zur Pfarrkirche, am Mittag eine Betstunde und am Abend eine Festmesse, die wegen des wie im franziskanischen Sonnengesang genannten "jeglichen" Wetters auch in St. Martinus stattfinden mußte, unter Beteiligung der Schützenbruderschaft, der Frewilligen Feuerwehr und des Kirchenchores und natürlich noch mehr Niederpleisern. Der abschließende etwas nasse Abbau der HimmelsZeltKapelle wurde dann von einem wunderschönen Regenbogen beschlossen. Und schon freuen wir uns alle auf die Planungen für 2014 ... Danke allen Mitgestaltern und Helfern!

Pastoralreferent Marcus Tannebaum

 

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